Als arawiku bezeichnete man in der inkaischen Gesellschaft Personen, die Lieder und Gedichte mit einem bestimmten Inhalt (arawi) verfassten. Ihre Dichtungen thematisierten nicht militärische und historische Ereignisse, sondern brachten persönliche Gefühle und Empfindungen zum Ausdruck. Der Begriff arawi bezieht sich auf verschiedene Formen der Poesie, die Freude oder Traurigkeit ausdrücken, insbesondere aber auf Liebeslyrik. Einige Autoren engen diese Gattung noch stärker ein und definieren arawi als „Gedicht oder Lied, das die traurigen Gefühle der Liebe (la tristeza del amor), das Verlassenwerden und den Liebesschmerz zum Thema hat.“ (Alcína Franch 1989:16).
Die DichterInnen dieser Form von Poesie, die arawiku, waren nicht auf den Adel beschränkt, sondern konnten allen gesellschaftlichen Schichten angehören. |