Abweichungen vom Prototyp betreffen auch die Anfangsepisode, die außerdem von einzelnen ErzählerInnen unterschiedlich gestaltet wird. In einigen Versionen überfällt der Riese die Shuar-Frau am Flussufer, im vorliegenden Text wird eine weitläufige Geschichte über Ehebruch erzählt, die schließlich dazu führt, dass der Riese die Frau tötet und verschlingt.
Die Zwillinge (in diesem Stadium noch Eier, die der Riese aus dem Bauch der Frau holt), werden von ihrem Vater, dem Geliebten der Shuar-Frau gerettet und aufgezogen. In anderen Versionen rettet sie der Fischotter Wakanim, ein mythisches Wesen das Tsunki, dem Herrn der Gewässer und der schamanischen Kräfte zugeordnet wird, und zieht sie in seinem Unterwasserreich auf.
Die schwangere Frau wird in der Zwillingsmythe der Shuar (und vielen Versionen anderer Kulturen) nicht von ihrem Mann verlassen, sondern eine unerlaubte sexuelle Beziehung bildet den Ausgangspunkt des mythischen Geschehens. In der Shuar-Variante handelt es sich dabei um einen Ehebruch, in einer Zwillingsmythe der Quichua del Napo (Ecuador) um einen Inzest zwischen Bruder und Schwester (Folletti-Categnaro 1993:55). |