Entstehung der Welt. Die Kosmogonie wird in (Ursprungs)Mythen überliefert, sie begründet die Ordnung der Welt, ihre Gestalt, die Eigenschaften der verschiedenen Wesen und die Entstehung der Menschen. Es gibt verschiedene Modelle von Kosmogonie, die Erschaffung der Welt aus dem Nicht, aus dem Chaos, aus einem kosmischen Ei etc. (vgl. Köhler 1999).
In vielen indianische Mythologien (z.B. im Amazonasgebiet) wird die Kosmogonie als ein Prozess von Transformationen verstanden, dem kein grundsätzlicher Schöpfungsakt vorausgeht. Die Existenz der Welt (des Universums) wird dabei als gegeben vorausgesetzt.
Die Kosmogonie erfolgt oft in mehreren Phasen, die von periodischem Weltuntergang und Welterneuerung (Eschatologie) geprägt sind (vgl. u.a. Eliade 1988), wie es z.B. in Flutmythen zum Ausdruck kommen. Diese Vorstellungen stehen oft mit einem zyklischen Zeitverständnis in Verbindung und sind im indianischen Amerika weit verbreitet (z.B. Azteken, Maya, Andenraum).
Köhler, Ulrich 1999: Kosmogonie. In: Hirschberg, Walter (Hrsg.), Wörterbuch der Völkerkunde. Berlin: Reimer Verlag: 216.
Eliade, Mircea 1988: Mythos und Wirklichkeit. Frankfurt am Main: Insel Verlag. |