"In der alten Zeit, nach dem Weltuntergang und der großen Flut, gab es keine Frauen, es gab nur zwei Männer auf der Welt. In ihrer Nähe lebten zwei schöne Papageien - Awármas, mit ihrem bunten Gefieder, und Parik. Sie hielten sich in einem menschenleeren Haus auf, dort plauderten und lachten sie wie zwei Frauen. Eines Tages kamen die jungen Männer in die Nähe des Hauses und hörten schon aus der Ferne ihr klingendes Lachen. Da sagten sie: "Gehen wir doch näher, wir wollen lauschen, was sie so sprechen!" Doch als sie sich den Papageien näherten, flogen die Vögel auf und entflohen den Männern. So kehrten die beiden in ihr Haus zurück.
Einige Tage danach begaben sich die beiden Männer wieder zum Haus der Papageien. Hier geschah dasselbe als zuvor: Man konnte wieder von weitem das Plaudern und Lachen im menschenleeren Haus hören und die Männer kamen vorsichtig näher, um die Vögel genauer zu betrachten. Da nahmen sie all ihre Geschicklichkeit zusammen und fingen die Papageien-Frau Awármas, die plötzlich in menschlicher Gestalt vor ihnen stand. Daraufhin zogen die beiden Männer in das Haus dieser Frau, lebten mit ihr und hatten zahlreiche Nachkommen.
Das war der Ursprung der Achuar, so wird es erzählt. Die Achuar stammen von Awármas ab, deshalb haben die Achuar auch so große Nasen. Würden wir von der anderen Papageien-Frau, von Parik, abstammen, so hätten wir alle hübsche kleine Nasen. So erzählten es meine Vorfahren."
Yanchuik Achuar itiurak paamparia nuu aujmatsamu. Mythe der Achuar, erzählt von Chumpi, aufgenommen 1991 in Puerto Rubina, Chankuap/Río Huasaga, Peru. Übersetzung ins Spanische: Marco Aij, Übersetzung ins Deutsche: Elke Mader.
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