Ein zentrales Motiv von Flutmythen sind hochgelegene Orte in der Landschaft, auf die sich einige auserwählte oder besonders findige Menschen retten können, die so die Flut überleben und ein neues Menschengeschlecht gründen. Solche Orte sind oft Berge (vgl. z.B. die synkretistische Flutmythe der Quichua aus Ecuador), in Flutmythen aus dem Amazonasgebiet klettern die Menschen meist auf einem Hügel und dort auf einen hohen Baum (Palmen), hier warten sie bis das Wasser sinkt (vgl. z.B. die Mythe „Die große Flut der Anakonda“ der Shuar in Ecuador).
In der ersten großen Flut der Erzählung der Selk’nam versuchen sich die Menschen auf Felsen zu flüchten, einigen gelingt die Rettung und sie leben nach der Flut als Menschen weiter, andere verwandeln sich in Tiere. Gusinde erwähnt jedoch eine andere Variante dieser Flutmythe, die erzählt, das diejenigen gerettet wurden, welche „die sehr hohen Berggipfel im Süden erstiegen hatten. Als das Wasser sich verlaufen hatte, kehrten jene Leute wieder in die nördliche Ebene zurück und bauten hierselbst unbehelligt ihre Hütten abermals auf.“(Gusinde 1931: 626)
Die Mythe verwendet also ein weit verbreitetes Motiv in Zusammenhang mit einer großen Flut (Rettung auf Berge oder andere hochgelegene Plätze) und wie in vielen anderen Erzählungen gelingt es nur einer kleineren Gruppe von Menschen dort den Kataklysmus zu überstehen. |