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Mythen in Lateinamerika
Ethnologische Mythenforschung
Univ. Doz. Dr. Elke Mader
Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie
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 up 7 Motive und Motiv-Vergleiche
 up 7.3 Flutmythen

7.3.2 Kontexte

Flutmythen bilden oft eine Facette von umfassenden Modellen der Kosmogonie, von Weltuntergang und Welterneuerung oder der mythischen Geschichte von Menschen und Göttern. Im indigenen Amerika stehen sie oft in Zusammenhang mit Vorstellungen von einer zyklischen Erneuerung des Zeit/Raums (etwa im Sinne einer Eschatologie). Der lokale Kontext umfasst in diesem Fall Weltbild, Religion und Ritual. In einigen Flutmythen wird die Idee einer Welterneuerung auch nur angedeutet, die Geschichte beginnt „nach einer großen Flut“ und markiert damit eine Zeit der Anfänge oder eine neue Epoche.

Geschichten über eine große Flut oder andere Kataklysmen erzählen auch über ethische und moralische Normen. Die Katastrophen werden oft durch Fehler der mythischen Vorfahren ausgelöst, die nicht den Erwartungen ihrer SchöpferInnen entsprechen, sich durch falsches Verhalten den Zorn mächtiger Wesen zuziehen oder bei einer wichtigen Tätigkeit versagen. Die Flut steht oft nicht im Mittelpunkt der Handlung sondern bildet das „böse Ende“ einer Geschichte. Die Inhalte der Flutmythen geben daher auch Aufschluss über gesellschaftliche Regeln (und Regelbrüche) und können im sozialen Kontext analysiert werden.

Beispiele:

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