Ein Zentrum der jesuitischen Mission war auch die Provinz Maynas (vgl. Karte der jesuitischen Missionstätigkeit in den spanischen Kolonien), einer großen Region am oberen Amazonas im Gebiet des heutigen Peru, Ecuador und Brasilien. Die erste Reduktion in Maynas wurde 1639 gegründet (Limpia Concepción de Jeberos), 1681 bestanden bereits 21 Dörfer (Reduktionen) mit insgesamt 15.000 Familien von Konvertiten. Das Missionsprojekt in Maynas erreichte seine größte Ausdehnung zwischen 1685-1695 und zerfiel im 18.Jahrhundert langsam wieder, in erster Linie auf Grund verheerender eingeschleppter Epidemien, welche die indianische Bevölkerung drastisch dezimierten (Gippelhauser 1989a).
Die Briefe der Missionare aus Maynas umspannen eine große Bandbreite Themen, sie zeichnen ein lebendiges Bild der Reduktionen, berichten über religiöse und soziale Gestaltung der Reduktionen und geben Aufschluss über die Haltung der Missionare zu ihren indianischen Konvertiten und deren Kultur. Wenngleich oft voller Vorurteile und in einem eindeutig abwertendem Ton verfasst, sind die Berichte der Missionare jedoch die einzigen schriftlichen Quellen, die über die einheimischen Kulturen der Region zu dieser Zeit Auskunft geben. |