Ein anderes wichtiges Element dieses Bedeutungsgefüges ist die enge konzeptuelle Verflechtung von Geist und Macht oder Kraft, die das Weltbild von vielen indianischen Gesellschaften prägt. So ist das Spirituelle in seinen verschiedenen Manifestationen auch immer mit verschiedenen Kapazitäten verbunden, es ist eine Macht oder Kraft, die in unterschiedlichen Kontexten zur Wirkung kommen kann.
Die Person wird in diesem Sinne als Machtinstallation verstanden: Macht gilt als Attribut der Person und steht in Zusammenhang mit spirituellen Komponenten, die sich als besondere Fähigkeiten und Eigenschaften manifestieren. Diese kommen im weiteren als Erfolg in verschiedenen Tätigkeitsbereichen zum Ausdruck und bilden die Basis für das Erlangen von sozialem Status.
Diese Formen von Geist sind keineswegs allen Personen und Wesen in gleichen Maß zu eigen, sondern etablieren - neben den Körpern - Differenz zwischen einzelnen Individuen und Gruppen. So ereignen sich die vielfältigen Transformationen auch nicht beliebig, sondern stehen in Zusammenhang mit bestimmten Beziehungen zwischen den Wesen oder ihren Komponenten und bringen die enge konzeptuelle Verbindung von Geist und Macht im indianischen Denken zum Ausdruck (Mader 2002). |