„Wieder drängte es ihn hinaus aus der Heimat und es zog ihn mächtig wieder hinüber ins rätselhafte Brasilien, dessen Urwälder und Savannen, Flußläufe und Gebirgsketten noch eingehüllt in den Schleier des Unbekannten dastanden; wo hellbraune, nackte Wesen so ganz menschlich denken und empfinden, scherzen und weinen, und aus dem reichen Schatze ihres Seelenlebens so viel auch dem hochkultivierten Europäer bieten können.“ (Aus dem Nachruf von P.Martin Gusinde 1925)
Umfangreiche Feldforschungen unternahm Koch-Grünberg u.a. im Rahmen seiner Reise in das Roroíma-Gebiet und zum Orinoco 1911-1913. Die Ergebnisse der Forschungsreise wurden dem fünf-bändigen Werk „Vom Roroíma zum Orinoco. Ergebnisse einer Reise in Nordbrasilien und Venezuela in den Jahren 1911-1913" veröffentlicht und umfaßt eine große Bandbreite von Forschungsfeldern.
Der erste Band ist eine Mischung aus Reisebeschreibung und ethnologischem Feldtagebuch. Koch Grünberg bezeichnet diesen Teil seines Werks als „Tagebuchblätter in zwangloser Form, die aus dem unmittelbaren Empfinden heraus an Ort und Stelle niedergeschrieben sind“ (Koch-Grünberg 1917, Bd I, V). Ineinander verwoben finden sich Berichte über den genauen Ablauf seiner Forschungsreise, romantische Naturbeschreibungen, Darstellungen seiner GastgeberInnen und GesprächspartnerInnen, seiner Interaktionen mit den von ihm aufgesuchten Gemeinschaften sowie persönliche Eindrücke. Ferner umfaßt sein Bericht Schilderungen technischer und methodischer Probleme sowie kleine ethnographische Skizzen und Beobachtungen (Koch Grünberg 1917).
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