Von ca. 500 bis 1000 n. Chr. war in den Llanos de Mojos in Nordostbolivien die Blütezeit einer indianischen Kultur, die für die großflächigen Überschwemmungsgebiete ein effizientes, ökologisch angepasstes Landwirtschaftssystem entwickelte, das ein dichte Besiedlung der Region möglich machte (Denevan 1966, 1992, Wilson 1999).
Der Entwässerungsfeldbau basiert auf einer Kombination von Bodenverbesserung und Drainage. Besonders beeindruckend sind die sogenannten „erhöhten Felder"(ridged fields): Die aufgeschüttete Anbaufläche ist ca. 300m lang und 10 - 25m breit und wird von kleinen Gräben begrenzt, die durch ein System von Entwässerungskanälen verbunden sind.
Neben Trockenlegung und Entlüftung des Bodens diensten die Gräben auch als Humusdepot: In der Trockenzeit kann dort organisches Material kompostiert und vor dem Auspflanzen auf die Felder verteilt werden. Mit Hilfe der Luftbildarchäologie und anschließender Grabungen wurden bereits bis zum Jahr 1965 5000 „erhöhte Felder" - teilweise ausgedehnte Anlagen mit Hunderten von Anbauflächen, gefunden.
Mit Hilfe dieses Anbausystems konnten die Sumpfgebiete der Llanos de Mojos in präkolumbischer Zeit intensiv agrarisch genützt werden. Es bildete die Basis für ein komplexes und stratifiziertes kulturelles Gefüge, das jedoch zur Zeit des ersten Kontakts mit den Europäern (um 1600) nur mehr fragmentarisch existierte. Einige Autoren nehmen an, dass eingeschleppte Krankheiten, die den Europäern vorauseilten, im Lauf des 16. Jahrhunderts die Bevölkerung der Llanos de Mojos sehr stark dezimierte.
Geographie der Llanos de Mojos:
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