Einer der bedeutensten Ethnographen aus dem Umfeld der jesuitischen Missionen war der Steirer P. Martin Dobrizhoffer. Aus seiner Feder stammt ein ausführliche Beschreibung der Kultur der Apiboner und anderer ethnischer Gruppen im Gran Chaco.
Seit den 20er Jahren des 16.Jahrhunderts durchquerten viele Expeditionen den Chaco auf der Suche nach einem sicheren Weg, der die Missionsstädte in Paraguay mit dem Andenhochland verband. Zu dieser Zeit begannen die Guaycuru- Gemeinschaften des östlichen Chaco sich Pferde nutzbar zu machen, die von den Spaniern ins Land gebracht worden waren. Sie gaben die Landwirtschaft, die sie bisher betrieben hatten, fast vollständig auf und widmeten sich nun ausschließlich der Jagd und Sammeltätiglkeit. So entstanden im Chaco - wie auch in Patagonien (z.B. Tehuelche) und in Nordamerika - hybride Jägerkulturen, deren Wirtschaft und Gesellschaft wesentlich auf der Verwendung des Pferds aufbaute (Gippelhauser 1989b, für eine ausführliche Analyse der Geschichte der Tehuelche vgl. Papp 2002).
Die neu gewonnene Mobilität nutzen die Chaco-Indianer aber auch für kriegerische Aktivitäten und Überfälle auf die spanischen Städte. Von der Kolonialmacht organisierte Strafexpeditionen stießen meist ins Leere. Deshalb wurde die Gesellschaft Jesu eingesetzt, um die "Wilden" zu befrieden und zu zivilisieren. Wichtige Missionsgründungen in dieser Region waren u.a. die Reduktion San Javier bei den Mobobiern, wo der P. Florian Paucke tätig war, aus dessen Feder der berühmt Zwettler Kodex stammt.
P. Martin Dobrizhoffer war auch in dieser Region tätig, und eines der wichtigsten ethnographischen Werke des 18. Jahrhunderts, das sich ausführlich mit Kultur und Wirtschaft der indianischen Bevölkerung des Chaco auseinandersetzt (Dobritzhoffer 1783). Er verfaßte es in Wien unter der Ägide von Kaiserin Maria Theresia nach seiner Rückkehr aus Südamerika.
P. Martin Dobrizhoffer im WWW:
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