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Kultur- und Sozialanthropologie Lateinamerikas
Eine Einführung
Univ. Doz. Dr. Elke Mader
Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie
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Kultur und Globalisierung

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In den Diskussionen um die Auswirkungen der Globalisierung auf verschiedene Bereiche des gesellschaftlichen Lebens beschäftigt sich eine wichtige Frage mit dem "Ort der Kultur" (location of culture, vgl. Bhabha 1994) in diesen Prozessen Die intensiven Vernetzungen von Ideen und Lebenswelten durch Migrationen, Medien sowie durch eine globalisierte Warenwelt und einen weltumspannenden Markt verändern die kulturellen Landschaften und schaffen immer größere Zonen von Interaktionen und Begegnungen. Appadurai spricht in diesem Zusammenhang auch von "Entterritorialisierung" (deterritorialization) der Kultur (Appadurai 1996: 27-65).

Es entstehen globalization frontiers, Kontakt- und Konfliktzonen, die das Leben sowohl in entlegenen Regionen als auch in Metropolen prägen. Kultur wird immer beweglicher und ist immer weniger an einen spezifischen Raum gebunden. Einzelne Kulturen sind also nicht nur in bestimmten Regionen zu finden, sondern manifestieren sich als kulturelle Ströme bzw. Bewegungen (cultural flows), die transnationale oder globale Vernetzungen zum Ausdruck bringen.

Was geschieht nun mit Kultur in einer Welt der Interaktionen und Verflechtungen?

Zu dieser Frage habe sich verschiedene Standpunkte herausgebildet:

  • Einige AutorInnen setzen Globalisierung mit kultureller Homogenisierung gleich und prognostizieren eine totale weltumspannende Kulturschmelze unter der Vorherrschaft US-amerikanischer Konsumkultur.
  • Andere sprechen von einer neuen Vielfalt, von einer stärkeren Differenzierung kulturellen Lebens. Die neue Vielfalt beruht zum einen auf dem Neben- und Miteinander von unterschiedlichen Lebenspraktiken und Bedeutungssystemen an einem Ort, etwa in den postkolonialen Metropolen. Zum anderen beruht sie auf Prozessen der Hybridisierung, der Vermischung von Kulturelementen und der Entstehung neuer kultureller und sozialer Formen, die aus der Interaktion von verschiedenen Kulturen erwachsen. Auch weltweit verbreitete amerikanische Konsumgüter führen nicht zwangsläufig zu Uniformität: Globale Güter unterliegen oft einer Uminterpretation, einer Neu-Deutung oder einem Prozess der Kreolisierung bzw. Hybridisierung (vgl. u.a. Breidenbach und Zukrigl 1998, Hauser-Schäublin und Braukämper 2002, Howes 1996).

 down 7.1 Kultur, Raum und Macht
 down 7.2 Philipp Budka: Indigene Gruppen und das Internet. Beispiele einer ethnographischen Online-Untersuchung.
 down 7.3 Beispiel Kuna (Panama): Molas, Kultur und Globalisierung
 down 7.4 Tourismus: Lokale Räume, globale Träume.
 down 7.5 Bibliographie
 down 7.6 Fragestellungen
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