 
Das Gefüge der lateinamerikanischen Gesellschaft wird von einer Reihe von ideologischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Faktoren bestimmt, die hier nur punktuell angesprochen werden können. Diese Faktoren sind nicht nur regional (in Lateinamerika) relevant, sondern ihrerseits in das Gefüge einer globalisierten Welt integriert.
Gruppenbeziehungen in der lateinamerikanischen Gesellschaft werden von mehreren Komponenten bestimmt und artikulieren sich in verschiedenen Kontexten. Wie schonEric Wolfbetonte, sind alle lokalen und kulturellen Gemeinschaften in eine größere soziale und politische Matrix eingebettet und müssen demnach in diesen Zusammenhängen untersucht werden (Wolf 1956).
Die Vernetzung der lateinamerikanischen Gesellschaft mit transnationalen ökonomischen und politischen Systemen besteht seit der Conquista und betrifft auch lokale indianische Gemeinschaften.
Insofern ist eine Analyse der Implikationen solcher Verflechtungen für alle Beteiligten auch keine neue Fragestellung der ethnologischen Forschung in diesem Raum. Vielmehr stellt die wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit den verschiedenen Facetten solcher Prozesse ein Kontinuum in der Forschungstradition dar. |