"Der Begriff des Territoriums will sich jener Wirklichkeit annähern, die seit Tausenden von Jahren die Beziehung der indigenen Völker zu ihrer natürlichen Umwelt bestimmt." (CONAIE 1992)
Dieser Einleitungssatz zu einer Grundsatzerklärung der CONAIE über das Verhältnis von territorialen Rechten, Umwelt und indigener Kultur verweist deutlich auf die Verschränkung dieser Bereiche in der indianischen Politik. Die Konzeption von Territorium steht dabei in einen ökologischen und kulturellen Kontext, der den traditionellen Umgang der indigenen Völker mit ihrem Land hervorhebt.
Wie unterscheidet sich also "jene Wirklichkeit, die seit Tausenden von Jahren die Beziehung der indigenen Völker zu ihrer natürlichen Umwelt bestimmt" von jenen Prinzipien, die den Umgang der Nationalstaaten mit Land und Ressourcen auszeichnen?
Zwei Bereiche sind in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung:
Der ideologische wie der praktische Umgang mit Natur bilden ein zentrales Element der gesellschaftlichen Ordnung indianischer Gemeinschaften. Die Forderung nach "territorialer Selbstbestimmung" (CONAIE 1992: 5) ist zugleich die Forderung nach der Möglichkeit "den Bezug Gesellschaft-Natur in eigener Regie zu gestalten" (Krotz 1993) und bildet die Grundlage für den Fortbestand der einzelnen Kulturen. |