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Kultur- und Sozialanthropologie Lateinamerikas
Eine Einführung
Univ. Doz. Dr. Elke Mader
Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie
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 up 3 Große Theorien (1940-1970)

3.4 Komplexe Gesellschaft, Verflechtungen und Macht bei Eric Wolf

Eric Wolf (1923-1999) leistete wesentliche Beiträge zu vielen Forschungsfeldern der Kultur- und Sozialanthropologie Lateinamerikas. Der regionale Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt in Mittelamerika: Er beschäftigt sich dabei u.a. mit der

  • sozialen und ideologischen Organisation der präkolonialen Kulturen - in erster Linie mit den den Azteken - (Wolf 1959, 1994) sowie mit
  • interkulturellen Verflechtungen(Wolf 1986) oder
  • sozialen und ökonomischen Verhältnissen (Wolf 1955, 1956, 1986, 1990).
In seinem gemeinsam mit E.C. Hansen verfaßten Werk "The Human Condition in Latin America" (Wolf und Hansen 1972) zeigt er u.a. die Verbindung von ökonomischen, sozialen und historischen Faktoren, welche die spezifischen gesellschaftlichen Verhältnisse der lateinamerikanischen Gesellschaft prägen. Diese Fragestellungen kennzeichnen auch seine Auseinandersetzung mit

  • Bauern in Mittelamerika (Wolf 1955), die er primär in Bezug auf ihre Beziehungen zu anderen Sektoren der Gesellschaft untersucht.
  • Im Mittelpunkt seiner Analysen steht immer wieder die Frage nach den Machtverhältnissen und ihren Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Personen und Gruppen (Wolf 1990, 1999)
Die Arbeiten von Eric Wolf hatten und haben nachhaltigen Einfluß auf verschiedene Forschungsfelder der Kultur- und Sozialanthropologie sowie auf WissenschafterInnen anderer Disziplinen (Geschichte, Politikwissenschaft etc.).

  • Im Rahmen der allgemeine Theorienbildung in der Kultur- und Sozialanthropologie bildet(e) sein Werk eine wichtige Grundlage für eine Reihe von theoretischen Ansätzen in bezug auf transkulturelle bzw. transnationale Beziehungen und Globalisierung (z.B. Appadurai 1996, Gupta und Ferguson 1997, Hannerz 1992, Hastrup und Fog Olwig 1997).
  • Im Rahmen der Kultur- und Sozialanthropologie Lateinamerikas bildete sein Modell zur Analyse von komplexen gesellschaftlichen Gefügen u.a. eine Basis für die Analyse des Verhältnisses von indianischen oder afroamerikanischen Gesellschaften und der kolonialen, nationalen oder globalen Gesellschaft (z.B. Archetti 1997, Bonfil Batailla 1987, 1990, Mintz 1985, Salomon 1983, Whitten 1981, 1985).

Eric Wolf im WWW:

 down 3.4.1 Gruppenbeziehungen in einer komplexen Gesellschaft
 down 3.4.2 Macht und Geschichte
 down 3.4.3 Ökonomische und kulturelle Verflechtungen
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