Obwohl die (Massen) Migration von Menschen kein Produkt der Moderne ist, haben technologische und ideologische Prozesse in den letzten Jahrzehnten, den globalen “Trend” zur Migration verstärkt. Arjun Appadurai (1996: 4) sieht die globalisierenden Phänomene Migration und (elektronische) Medien als Ursache für die Entstehung von “diasporic public spheres”. Diese “Sphären” bilden in weiterer Folge dann die Basis – Appadurai (1996:22) spricht von “crucibles”, Schmelztiegeln – für eine postnationale politische Ordnung.
Wesentlich in der Debatte um Migration und die daraus entstehenden sozialen und politischen Konstellationen sind Aspekte, wie Kultur, Identität und Herkunft. Durch diese finden sich Migranten in ihrer neuen Heimat zurecht sowie Anschluss an Menschen mit ähnlichen Biographien. Eine Folge dieser Prozesse ist die Entstehung von “deterritorialisierten Nationalstaaten”, welche nicht mehr über ein Territorium sondern über ihre Mitglieder bestimmt werden (vgl. beispielsweise Breidenbach und Zukrigl, 2000:149ff.).
Die global zunehmende Migration von Menschen hat also vielfältigste Auswirkungen. Sowohl auf die Migranten selbst, als auch auf Einwanderungsländer und die Staaten aus denen die emigrierten Menschen stammen.
Literatur
Appadurai, Arjun (1996): Mordernity at Large. Cultural Dimensions of Globalization. Minneapolis and London: University of Minnesota Press.
Breidenbach, Johanna; Zukrigl, Ina (2000): Tanz der Kulturen. Kulturelle Identität in einer globalisierten Welt. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag. |