Im Zuge der globalen Verbreitung von Technologien, Medien und ideologischen Konzepten, zeigen viele indigene Gruppen und Bewegungen neues Selbstvertrauen als gleichberechtigte Partner an der “Welt- Gesellschaft” mitzuwirken.
Dabei kommt der sogenannten “Globalkultur” als weltweites Referenzsystem eine wesentliche Rolle zu (Breidenbach und Zukrigl, 2000; siehe auch “Globalisierung und Kultur”). Innerhalb dieser globalen “Kultur der Kulturen” bekennen sich immer mehr Menschen zu ihrer indigenen Identität und pochen dabei auf ihre kulturelle Besonderheit und Selbständigkeit (Ebd.:210). So haben sich indigene Gruppen – von Sami- Gruppen Skandinaviens bis zu australischen Aborigines – zu "transnationalen" Organisationen und Gremien, wie dem “World Council of Indigenous Peoples” zusammengeschlossen. Eine besondere Funktion bei diesen Entwicklungen erfüllen Medien und Technologien, wie etwa das Internet. Diese ermöglichen die Kommunikation und Informationsdistribution innerhalb der indigenen Netzwerke sowie die (Re)Präsentation gegenüber nicht-indigenen Menschen, beispielsweise über das World Wide Web.
Auch in Lateinamerika sind sich indigene Gruppen und Bewegungen der zunehmenden Macht von Medien, wie Fernsehen, Radio und Internet durchaus bewußt. Und sie setzen diese Medien teilweise überlegt ein, um ihre Ziele, sei es nun wirtschaftlicher oder politischer Art, zu erreichen (vgl. beispielsweise Everett, 1998).
Als Fallbeispiel für diese Entwicklungen dient die indigene Widerstandsbewegung der EZLN in Chiapas, Mexiko.
Literatur
Breidenbach, Johanna; Zukrigl, Ina (2000): Tanz der Kulturen. Kulturelle Identität in einer globalisierten Welt. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
Everett, Margaret (1998): Latin America On-Line: The Internet, Development, and Democratization. In: Human Organization. 57/4. S. 385-393. |