Im Gegensatz zu Perú, Ecuador und Chile kann in Bolivien aktuell weiterhin, eine Vielzahl lokaler Gruppen aufgrund ihrer textilen Stile klar unterschieden werden. Diese bilden eine Art komplexen ethnischen Flickenteppich, ein Panorama welches auf den von frühen Chronisten (Zitat Bernabé Cobo) beschriebenen Verhältnissen "inkaischer Einheit in der Vielheit", basiert.
Insgesamt können in Bolivien 23 Stile in 8 Regionen unterschieden werden, welche ihrerseits lokale Substile entwickelten (Gisbert, Arce und Cajías 1987:5).
In der Region Charazani ist ein homogener Stil zu beobachten. Diese Tatasache ist umso interessanter, als die präiberischen und die kolonialen Siedlungseinheiten der interandinen Täler multiethnische Archipele waren (Saignes 1985, 1986). Dennoch ist der aktuelle Stil einheitlich geprägt (Girault 1969). Die genaue Analyse der farblichen Gestaltung einzelner Bereiche von Textilien zeigt, dass bestimmte Farben mit dem Herkunftsort der BenützerIn eines Gewebes korrelieren (Fischer 2000).
Aus Amarete, einer an der Grenze Charazanis liegenden Dorfgemeinschaft, stammende Personen sind durch ihre Tracht klar von den Bewohnern der anderen regionalen Dorfgemeinschaften unterscheidbar. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen historischen Entwicklung Amaretes. |