Grundsätzlich hängt Weben eng mit dem Zählen und Memorieren von Zahlenreihen sowie der Fähigkeit für räumliches Vorstellungsvermögen zusammen. Durch permanente Anwendung der einzelnen Techniken erlernen die Frauen die Beherrschung komplexer Bewegungsabläufe und deren Automatisierung. Die handwerkliche Geschicklichkeit bildet die Basis für die Entfaltung symmetrischer Darstellungsweisen. Sie bildet eine Verbindung zum kognitiven Bereich.
Die in Upinhuaya angewandten Techniken sind:
- Kettenreps
- einfache Komplementärkette
- komplexe Komplementärkette
- echtes Doppelgewebe
Gürtel und Stirnbänder arbeiten die Weberinnen immer in der echten Doppelgewebe-Technik. Gebrauchstextilien sind als Kettenreps gewebt, der mitunter durch Bänder mit Darstellungen oder Mustern in einfacher und komplexer Komplementärkettentechnik oder in echter Doppelgewebetechnik unterbrochen wird (Emery 1994, Seiler Baldinger 1981, Rowe 1977). Die Festtags-Schultertücher der Frauen weisen die meisten dieser Formenelemente und einen sehr geringen Anteil an den Kettenreps-Streifen auf. Die Entstehung des Gewebes und das Gewebe selbst sind Projektionsebenen metaphorischer Körperkonzepte.
  |