"Klassische" andine Textilien werden auf einem einfachen Webgeräthergestellt. In Upinhuaya handelt es sich dabei um ein horizontales Modell. Es besteht aus 15 Einzelteilen:
- 1 temporärer Brustbaum (a)
- 1 permanenter Brustbaum (b)
- 1 Kettbaum (c)
- 1 Litzenstab (d)
- 1 Trennstab (e)
- 1 Webschwert (f)
- 1 Eintragsstab (g)
- 1 Webknochen (h)
- 1 Nadel, deren Länge der Breite des zu fertigenden Textils entspricht (i)
- 4 Befestigungspfosten (j)
- 2 Alpakaseile (k)
Je nach Grösse unterscheiden die WeberInnen drei Arten von horizontalen Webgeräten:
- schmale für Gürtel, Stirnbänder, Kokatücher, Kokatäschchen
- breite für grosse Taschen, Schultertücher, Aufbewahrungstücher, Vorratssäcke
- sehr breite für Röcke, Bettdecken, Vorratssäcke, Ponchos
Farbige Textil-Bereiche werden während des Aufspannvorganges festgelegt. Je nach Technik werden dafür einzelne oder parallel geführte Kettenzwirn-Touren aufgelegt.
Der Grossteil andiner Gewebe mit vier abgeschlossenen Kanten weist die Form eines Rechteckes auf. Die WeberInnen kennen unterschiedliche Manipulationsformen, um auf die Form eines Textiles Einfluss zu nehmen. Ponchos zum Beispiel, scheinen aus zwei rechteckigen Teilen zusammengesetzt. Diese wurden allerdings als Trapeze mit zwei gleich und zwei unterschiedlich langen Seiten aufgespannt und gewebt. Die Zeremonialhemden der Männer, die Unkus, weisen eine identische technische Lösung auf.
Das Aufspannen für einen Poncho muss von zwei Weberinnen vorgenommen werden. Es verlangt Kooperation und soziale Bindungen, da zwei Frauen einen Tag lange beschäftigt sind. Sie dürfen das Webgerät nicht verlassen bevor der Trennstab eingelegt werden kann. |