Generell wird in Fäden für Ketten,- und für Eintragszwirne unterschieden.
Kettenzwirne werden aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Nach Häufigkeit gereiht sind dies:
- Schafwolle
- Alpakawolle
- synthetisches Material
In Ausnahmefällen werden auch Baumwolle und Vicuñawolle verwendet.
Das Material des Eintrages ist immer Alpakawolle. Sie verleiht dem Gewebe Geschmeidigkeit.
Die Fäden können in verschiedene Richtungen gesponnen und verzwirnt sein:
- S-versponnen, Z-verzwirnt
- Z-Versponnen, S-verzwirnt
Üblicherweise verspinnen RechtshänderInnen den Faden in S-Richtung und verzwirnen ihn in Z-Richtung. Z-Verspinnen und S-Verzwirnen bedingt für sie einen ungewöhnlichen Bewegungsablauf. Es entstehen "Glückszwirne" mit besondes positiven Eigenschaften. Sie werden auf Quechua und auf Aymara lloqu´e genannt. Im Gewebeverband sind sie deutlich erkennbar. LinkshänderInnen spinnen keinen echten lloqu´e und von ihnen erzeugte Zwirne haben keine besondere Bedeutung.
Die andine Webtechnik verlangt nach speziell präparierten Zwirnen. Diese müssen sehr elastisch und extrem reissfest sein. Aus diesem Grund entstehen andine Gewebe immer aus überdrehten Kettzwirnen. Dafür werden zwei Fäden miteinander zu einem Knäuel gewickelt. In einem ersten Arbeitsgang werden sie nur leicht und in einem zweiten nach dem Färben, sehr stark gedreht.
Das Färben der leicht gedrehten Zwirne erfolgt mit synthetischen Färbemitteln. Einzige Ausnahme bilden die Nussfärbungen für die Zwirne spezieller Ponchos, der "Pochos de nogal".
Das Verspinnen verlangt gute Augen, flinke Hände und eine geübte Koordination der Bewegungen. |