Die Kunst dermola-Herstellung sowie die Trachten der Kuna-Frauen sind relativ jungen Datum. Sie gehen in ihrer heutigen Form etwa auf die Zeit zwischen 1940 und 1960 zurück. Die Kleidungsstile der Kuna zeigten im Laufe der Geschichte der vergangenen 400 Jahre viele verschiedene Formen und Moden.
Die ersten Quellen aus dem 17. Jahrhundert beschreiben die Kuna als wenig bekleidet: Hervorgehoben wird ihre Kunst der Körperbemalung, so etwa von Lionel Wafer, Arzt auf einem englischen Piratenschiff, der sich 1691 einige Zeit in Panama aufhält, um sich von einem Unfall zu erholen. Er berichtet begeistert: „They make Figures of Birds, Beasts, Men, Trees, or the like, up down every part of the Body, more especially theFace ... The Women are the Painters and take great delight in it." (Wafer in Goodwin: http://www.ucc.uconn.edu/~ wwwwbma/mola.html, 2002)
Die Körperbemalung und ihre Motive werden oft als Vorläufer der mola-Kunst erachtet. Textil-Kleidung wurde später von Missionaren eingeführt und vorgeschrieben, die spezifischen Trachten der Kuna entwickelten sich im 19. Jahrhundert. Dabei spielte der Zugang zu europäischer Handelsware (Baumwollstoffe, Nähnadeln, Zwirn, Scheren etc.) eine wichtige Rolle.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Frauen-Kleidung zwar schon ähnlich geschnitten, aber keineswegs so bunt und aufwendig dekoriert als heute. Ab 1950 nahm die Applikationstechnik immer größeren Stellenwert bei der Frauen-Kleidung ein, beschränkte sich jedoch im wesentlichen auf einen Teil der Frauenblusen (Tice 1995, 2002). |