Archäologische Belege (Karte) für textiles Material der Hochlandregionen der Anden sind, wenn überhaupt, nicht einfach aufzufinden. Aufgrund der klimatischen Bedingungen, dem Wechsel von Regen- und Trockenperiode, geht verloren, was ursprünglich im Boden verblieb. Nur an "günstigen" Örtlichkeiten blieben Artefakte erhalten.
Als solche gelten die Höhlen des Altiplano und der interandinen Täler (Wassén 1972) oder die Gipfelregionen der Kordilleren, die Fundorte inkaischer Permafrostmumien (Reinhard 1996:189/6:62-81). Die frühen Textiltraditionen des Hochlandes sind aus diesem Grund meist in ihrer an die Pazifikküste importierten Form studierbar (Dimitrijevic-Skinner 1986:11).
- Ein textile Spur im Sinne des Wortes hinterliessen die in Leinwandbindung verwobenen Zwirne eines Textils, welche als Abdruck auf einem Tonscherben die Zeit überdauerten. Sie sind auf 3092 vor 0 datiert, und der Valdivía-Kultur in Ecuador zuordenbar (Marcos 1977:113).
- Evidenzen früher textiler Produktion mittels pflanzlicher Fasern wurden in Arica an der chilenischen Küste gefunden (Santoro und Ulloa 1985:72). Sie können auf 5000 vor 0 datiert werden. Das geborgene Material umfasst rockartige, in Schlingtechnik gearbeitete Bekleidungsstücke, Taschen, Fischernetze und Leichenhüllen.
- Die Funde von La Huaca Prieta in Perú sind jünger. Sie dürften zwischen 3000 vor 0 bis 2200 vor 0 entstanden sein und wurden vorwiegend in Halbweb-, und Schlingtechniken gefertigt. Diese Textilien zeigen Darstellungen, welche aktuell weiterhin für die graphische Gestaltung von Geweben verwendet werden.
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