Die textilen Traditionen der Andenregion verlaufen entlang unterschiedlicher historischer Entwicklungsstränge. Diese beeinflussten einander in vielfältiger Weise wechselseitig.
In den frühen 1980er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde unter Experten über den Entstehungsort - Hochland oder Küste- andiner Textiltraditionen diskutiert (Adelson and Tracht 1983). Mittlerweile gehen die Textilforscher von der Hypothese der Existenz mehrerer Entstehungszentren aus. Deren regionale Eingrenzung ist definiert durch:
- südliches Titikakabecken
- zentrale Küste
Die präiberische Textilproduktion brachte bemerkenswerte Beispiele unterschiedlicher technischer Lösungen und Gestaltungsmöglichkeiten hervor. Vorwiegend im Bereich der peruanischen Küstenregionen fand man:
- Schlingtextilien
- Netzgewebe
- Gazegewebe
- Dreifachlagengewebe
- Tapisserien
- Stickereien
- Nadelstrickereien
- Kettengewebe
In der aktuellen Textilproduktion sind die Kettentechniken in unterschiedlichen Ausformungen am weitesten verbreitet.
Im chilenischen Arica geborgenes präinkaisches Täschchen aus der Phase der „späten regionalen Entwicklung“ (Photographie: Eduardo Pareja). |