Das Netzwerk gegenseitiger Transferbeziehungen verbindet Comuneros der näheren und der weiteren Umgebung miteinander (Bastien 1978:120,121; Bouysse Cassagne 1987:340-347; Dollfus 1981:15ff; Harris 1978:51-52,56-60; Murra 1977:75-77; Onuki 1985:351; Pease 1985:141; Saignes 1985:96,172; Schaedel 1985:505; Troll 1987:32-36; Yamamoto 1985:95). Es bestätigt die Rolle der ökologischen Nischen als bestimmende Faktoren andiner Ökonomien.
| für den Tausch bestimmte Produkte, Nahrungs- und Genußmittel | Ort (mit Höhenangabe) und Sprachgruppe der Tauschpartner | wird getauscht gegen | | Räucherharz | Charazani (3350 m)/Quechua | Fleisch | | Milch, Eier, Käse | Charazani (3350 m)/Quechua | Zucker, Salz, Mehl, Nudeln, Reis, Zwiebel, Orangen, Weizen, Mais | | Meerschweinchen, Schafe, Alpakas | Charazani (3350 m)/Quechua | Rechtsbeistand, Kommunikation mit Autoritäten, Ausstellen von Dokumenten | | Mais, Bohnen | Kalaya (3700 m),/Quechua | Alpaka- und Schafwolle, hochwertigere Kartoffel, gefriergetrocknete Kartoffel, Dünger | | Räucherharz | Kalaya (3700 m)/Quechua | Kokablätter | | Arbeitskraft für Webarbeiten | Kalaya (3700 m)/Quechua | Oka, gefriergtrocknete Kartoffel, konservierte Oka | | Zucker | Kaata (3660 m)/Quechua | Wolle | | Milch, Käse | Kaata (3660 m)/Quechua | Weizen | | Räucherharz | Cañuma (4450 m)/Aymara | Alpakaschnüre | | Bohnen, Mais | Chakarapi (4050 m)/Aymara | Alpakafelle- und Wollvlies, Webknochen | | Gerste | Camata (1800 m)/Quechua | Erdnüsse | | Bohnen, Gerste | Medaillani (4100 m)/Aymara | Alpakafelle- und Wollvlies, Webknochen | | Bohnen, Mais, Gerste, Weizen | Apacheta (4100 m)/Aymara | Alpakafelle- und Wollvlies, Webknochen, Alpakaschnüre | | Kokablätter | Kaata (3660 m)/Quechua, Cañuma (4450 m)/Aymara, Chakarapi/(4050 m) Aymara, Apacheta (4100m) /Aymara,
Medaillani (4100m)/Aymara | Geld, in Einzelfällen gegen Zigaretten und Alkohol | | Räucherharz | Kaata (3660 m)/Quechua, Kalaya (3700 m)/Quechua, Cañuma(4450m)/Aymara, Chakarapi (4050 m)/Aymara,
Apacheta (4100 m)/Aymara, Medaillani (4100 m)/Aymara | Zigaretten, Alkohol, Webknochen und Wolle (in Einzelfällen), Ingredienzien für Zeremonien |
Die Tabelle zeigt eine Übersicht der regionalen, vertikalen und externen Güterzirkulation.
Die Basis dieses Systems besteht für Upinhuayeños in der Spezialisierung auf das agrarische Mehrprodukt Bohnen.
Diese Feldfrucht gedeiht auf den Böden der Sayañas. Sie ist unempfindlich gegen Trockenheit, wird dicht gepflanzt und verträgt karge Böden. Sie verlangt einen geringen Mehraufwand an Arbeitskraft zur Gewinnung einer genügenden Menge des Mehrproduktes (Rehm und Espig 1976:127-129).
Die yungeñische Produktion von Kokablättern ist ebenfalls eine Spezialisierung auf ein agrikoles Mehrprodukt. Im Transfer wird es zur Ware mit Geldwert. Durch diese Strategie treten zwei ökonomische Systeme miteinander in Verbindung (Godelier 1973:234):
- das System der ohne allgemeines Äquivalent auftretenden Warenwirtschaft und
- das System der Nichtwarenwirtschaft
Mit dem regionalen Zentrum Charazani verbindet die Comuneros ein asymmetrisches Transferverhältnis. Es beruht auf den Ausläufern feudaler Strukturen und der Ausbeutung der bäuerlichen Bevölkerung.
Der wichtigste Markt der Region ist der Sonntagsmarkt in Charazani. Weitere lokale Märkte werden im Jahresrhythmus und in Verbindung mit lokalen Festen abgehalten. In Grenznähe finden auf peruanischem Gebiet in regelmäßigen Abständen große Märkte statt. Diese werden von den Bewohnern der interandinen Täler für den günstigen Erwerb von Mehl und Zucker frequentiert (Schoop 1984:44,50). |