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Kultur- und Sozialanthropologie Lateinamerikas
Eine Einführung
Univ. Doz. Dr. Elke Mader
Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie
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 up 4 Mensch, Natur, Weltbild
 up 4.2 Eva Fischer: Ökologie und Wirtschaftsformen der Anden. Das Beispiel der Dorfgemeinschaft Upinhuaya
 up 4.2.7 Güterzirkulation

4.2.7.1 Interne, horizontale Güterzirkulation

Alle in Upinhuaya produzierten Feldfrüchte und deren durch Konservierung gewonnenen Produkte werden mit einem Wert assoziiert. Dieser kann nur zum Teil durch die in ihre Produktion investierte Menge an Arbeitskraft erklärt werden. Bohnen zum Beispiel, rangieren an letzter Stelle, wenngleich für ihre Kultivierung mehr Arbeitstage aufgebracht werden als für Mais oder Kartoffel. Ein Produkt hoher Wertigkeit ist Oca k´isa, die sonnengetrockneten Oca-Spalten mit süßlich-apfeligem Geschmack.

Die Feldfrüchte der Yungasbilden eine Gruppe von Produkten mit hohem Tausch- und Prestigewert. Vom Blickwinkel der dörflichen Ökonomie aus betrachtet, erscheinen sie als knappe Luxusgüter. Ein Großteil des erwirtschafteten Mehrproduktes yungeñischer Agrarproduktion wird durch Verkauf auf dem nationalen (und damit indirekt auch auf dem internationalen) Markt für Upinhuaya nutzbar gemacht. Diese Strategie ermöglicht den Erwerb weiterer Nahrungs- und Genussmittel mit Tauschwert.

Kokablätter, Alkohol, Zigaretten und Räucherharz bilden eine Gruppe von Produkten mit hohem Tauschwert. Diese können nur mit Geld erworben werden.

Ein Grossteil der Transaktionen findet unter Verwandten unterschiedlichen Grades statt (Cook 1973: 836, 837). Mit der Abnahme des Verwandtschaftsgrades steigt die Menge oder die Qualität der vom Tauschpartner eingeforderten Produkte.

Tabelle: Übersicht Tauschsystem
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