Die Inseln St. Christopher (auch St. Kitts genannt) und Nevis wurden 1493 von Christoph Kolumbus „entdeckt“, aber seit Beginn des 17. Jahrhunderts - und zwar durch Briten - besiedelt und kolonisiert. 1871 wurden sie Teil des Bundes der Leeward-Inseln, der 1956 aufgelöst wurde.
Die beiden (nördlichsten) dieser Leeward-Inseln unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht deutlich voneinander. Etwa änderten sich auf Nevis infolge des Niedergangs der Zuckerrohrwirtschaft die Bodenbesitzstrukturen dramatisch, wobei Landwirtschaftsbetriebe, auf denen Baumwolle, Obst, Gemüse und Kopra angebaut wird, entstanden. Auf Saint Christopher hingegen wurde lange an der Zuckerproduktion festgehalten. Somit sind die Besitzverhältnisse auf den beiden Inseln sehr unterschiedlich, was zeigt, wie künstlich und willkürlich der Zusammenschluss der Inseln unter britischer Herrschaft war. Ausdruck verliehen wird dem durch immer wieder entstehende Auseinandersetzungen um den Status der Inseln.
Saint Christopher und Nevis blieben sehr lange unter britischer Herrschaft und erreichten erst im November 1983 völkerrechtliche Unabhängigkeit.
(Kitts / Schultze, Rainer Olaf / Will, Cornelia: Saint Christopher und Nevis. In: Waldmann, Peter/ Krumwiede, Heinrich-Wilhelm (1992, 3. Aufl.): Politisches Lexikon Lateinamerika. C.H. Beck: München: 276-278) |