Mexiko wurde 1517 erstmals von spanischen „Entdeckern“ betreten. Das Interesse an dieser Region war sofort geweckt und so folgte bereits 1519 die Eroberung des aztekischen Méxiko-Tenochtitlán und der übrigen Ethnien und Regionen unter Hernán Cortés. Bald wurde das „Vizekönigreich Neuspanien“ genannte Gebiet neben Peru die bedeutendste spanische Kolonie und expandierte bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weit in die heutigen USA hinein.
1810 brachen Unabhängigkeitskämpfe, die 1821 mit der Ablösung von der spanischen Krone endete.
Von 1821 bis 1876 wechselten sich verschiedene Regierungen, Bürgerkriege, Konflikte zwischen Staat und Kirche, aber auch zwischen Zentralisten und Föderalisten, Liberalen und Konservativen ab. Bis 1853 verlor Mexiko, das immer wieder von außen okkupiert wurde, die Hälfte seines Territoriums an die USA. Kurzfristig wurde Mexiko unter Maximilian von Habsburg zu einem Kaiserreich (1864-1867), dessen Herrschaft mit dem Machtantritt von Präsident Benito Juárez beendet wurde. Es folgte die Zeit der sogenannten "restaurierten Republik" (1867-1876). Damals kam es zur Trennung von Staat und Kirche.
Anschließend folgte die Periode zwischen 1876 und 1910, das sogenannte „Porfiriat“, benannt nach Präsident Porfirio Díaz. Damals kam es zu erheblichen Modernisierungsschüben. Mit den vermeintlichen Entwicklungserfolgen wuchsen allerdings die sozialen Spannungen, die zu Aufständen und Streiks führten, allerdings blutig niedergeschlagen wurden.
1910 brach unter Francisco I. Maderos die Mexikanische Revolution aus. 1917 entstand die noch heute gültige Verfassung, in die die Ziele der Revolutionäre übernommen wurden. Der Bürgerkrieg selbst endete erst in den späten 20er Jahren, teilweise sogar in den 30er Jahren. Unter Präsident Lázarp Cárdenas (1934-1940) wurden die Forderungen der Revolution teilweise verwirklicht. Nach außen hin war die Zeit nach 1940 vom wirtschaftlichen Aufstieg geprägt. Man sprach sogar vom "mexikanischen Wunder". Dass es unter der Oberfläche keinesfalls die vorgegaukelte Stabilität gab, zeigte eine in den 50er Jahren einsetzende Folge von Streiks, Guerilla-Aktionen, und Landbesetzungen. 1968 brachen Studentenunruhen aus, bei denen Hunderte von Demonstranten niedergeschossen wurden. "Tlatelolco", benannt nach dem Platz des Massakers wird in Mexiko noch heute als Wendepunkt im Legitimationsanspruch der sogenannten "Institutionalisierten Revolution" empfunden. Erst in den letzten Jahren ist es zur politischen Aufarbeitung jener Zeit gekommen.
Durch Reformen bemühten sich die nachkommenden mexikanische Präsidenten darum, den Legitimationsverlust wieder aufzufangen. Es gelang das Regime oberflächlich zu stabilisieren. Doch der Ruf nach einer pluralistischeren Regierungsform blieb aufrecht. Die Nicht-Erfüllung dieses Anliegens der Bevölkerung beschleunigte den Zerfall des etablierten Systems, das nur noch wenig mit der Revolution von einst zu tun hatte.
(Mols, Manfred / Lauth, Hans-Joachim: Mexiko. In: Waldmann, Peter/ Krumwiede, Heinrich-Wilhelm (1992, 3. Aufl.): Politisches Lexikon Lateinamerika. C.H. Beck: München: 213-226) |