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Länder Lateinamerikas und der Karibik
Geschichte und politische Systeme
Mag. Daniela Ingruber und Bastian Oppl
Institut für Geschichte der Universität Wien
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21.1 Geschichte

Kuba stellte über viele Jahre die letzte Bastion des spanischen Kolonialismus in Lateinamerika dar. Der Kampf um Unabhängigkeit dauerte das gesamte 19. Jahrhundert, beginnend mit der allgemeinen iberoamerikanischen Erhebung bis hin zum spanisch-amerikanischen Krieg von 1898, welcher der Insel formelle Unabhängigkeit, allerdings unter der Oberaufsicht der USA, brachte. Schon 1898 griffen die USA gegen den Einfluss Spaniens ein. Hintergrund war keineswegs das Anliegen der KubanerInnen, sondern der Gedanke an eine Annexion. Dennoch wurde Kuba nach dem Sieg über die Spanier nicht unter direkte amerikanische Verwaltung gestellt. Auch das sogenannte Platt-Amendment gab den USA jederzeit unbeschränktes Interventionsrecht. Außerdem erhielten die USA damals den Marinestützpunkt Guantánamo im Südosten der Insel zugesprochen. Das Platt-Amendment wurde 1934 im Zeichen von Roosevelts "Politik der guten Nachbarschaft" aufgehoben, Guantánamo hingegen ist noch heute in amerikanischem Besitz und erlangte im Afghanistankrieg (2002/03) in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen so traurige Berühmtheit.

Die ersten Jahre der Unabhängigkeit hatten anarchischen bis chaotischen Anstrich. 1925 errichtete Gerardo Machado ein diktatorisches Regime. 1933 schlug die Stunde des Fulgencio Batista, der Kubas Geschichte bis zur Revolution von 1959 bestimmte. 1940 gab er dem Land eine Verfassung. Nach acht Jahren riss Batista die Macht mit Gewalt an sich. Willkür und Brutalität ließen von nun an der Opposition nur den Ausweg in die Gegengewalt. 1953 unternahmen junge Leute unter der Führung des Rechtsanwaltes Fidel Castro einen Sturm auf die Moncada-Kaserne in Santiago, um den Diktator zu stürzen. Sie scheiterten an ihrer schlechten Planung und Unentschlossenheit. Die wenigen Überlebenden dieser versuchten Revolution wurden ins Gefängnis geworfen, nach zwei Jahren amnestiert und ins Exil abgeschoben. Dort organisierten sie sich besser. 1956 kamen sie auf die Insel zurück und brachten das Regime Batistas zum Einsturz. Am Neujahrstag 1959 marschierten die Revolutionäre in Havanna ein.

(Mühlemann, Christoph: Kuba. In: Waldmann, Peter/ Krumwiede, Heinrich-Wilhelm (1992, 3. Aufl.): Politisches Lexikon Lateinamerika. C.H. Beck: München: 202-212)

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