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Länder Lateinamerikas und der Karibik
Geschichte und politische Systeme
Mag. Daniela Ingruber und Bastian Oppl
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 13 El Salvador

13.1 Geschichte

Der Spanier Pedro de Alvarado, der bereits Guatemala erobert hatte, unterwarf 1524 auch das Gebiet von El Salvador, damals noch Cuscatlan genannt. Die einheimische Bevölkerung, vorwiegend Pipiles, wurde bis zu ihrer nahezu vollständigen Ausrottung äußerst brutal unterdrückt. 1542 wurde El Salvador in das Generalkapitanat Guatemala eingegliedert, dem es bis zur Unabhängigkeit (1821) angehörte. Anschließend schloss sich das Land der Zentralamerikanischen Föderation an. Die Unabhängigkeit war über Jahrzehnte von heftigen Konflikten zwischen Konservativen und Liberalen beherrscht, was vor allem die Situation der ärmeren Bevölkerung verschlimmerte. Als die Weltwirtschaftskrise zur Hungersnot führte, kam es 1931 zu Unruhen, die von der Armee blutig beendet wurden („la matanza“) und in der Hinrichtung aller Anführer, darunter der bis heute als Held verehrte Farabundo Martí, gipfelte. Dieses Ereignis traumatisierte die Bevölkerung über Jahrzehnte und sollte vor allem den späteren Bürgerkrieg prägen.

Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen wurden über viele Jahre von den sogenannten „14“ Familien bestimmt, die den Schutz der Armee genossen. Nach dem Sturz des Diktators Hernández Martínez’ wechselten sich mehrere Regierungen innerhalb kurzer Zeit ab. Schließlich wurde General Oscar Osorio zum Präsidenten (1950-1956) gewählt. Sein Nachfolger, José María Lemus (1956-1960), bemühte sich um ein wenig mehr politische Freiheit, doch dieser Versuch endete mit der Verkündung des Kriegsrechts.

In den 60er Jahren bildeten sich erste Guerrillabewegungen. Die verschärfte politische Lage, durch die immer mehr Menschen innerhalb des Landes flüchten mussten, und die ständige Zunahme von Arbeitslosigkeit und damit auch Armut führten zu einer schleichenden Vorverlagerung der Siedlungsgrenze bis in das Staatsgebiet von Honduras. 1969 kam es aufgrund dessen zum sogenannten „Fußballkrieg“, der im Zuge der Turbulenzen nach einem WM-Qualifikationsspiel ausbrach.

Die sozialen Gegensätze verschärften sich immer weiter. Während sich die Bevölkerung zur Wehr zu setzen begann, wurde die politische Verfolgung stets dramatischer. 1981 begann in El Salvador ein Bürgerkrieg, der 13 Jahre dauern sollte und mit einer Pattsituation zwischen Regierung und Guerrilla (FMLN) zu einer ausweglosen Situation ohne Gewinner führte. Erst mit Hilfe der UNO gelang es, einen Friedensvertrag auszuarbeiten.

(Bernecker, Walther L. / Fischer, Thomas: El Salvador. In: Waldmann, Peter/ Krumwiede, Heinrich-Wilhelm (1992, 3. Aufl.): Politisches Lexikon Lateinamerika. C.H. Beck: München: 124-137)

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