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Länder Lateinamerikas und der Karibik
Geschichte und politische Systeme
Mag. Daniela Ingruber und Bastian Oppl
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 5 Belize

5.2 Politisches System

Tabelle: Basisdaten Belize

(Baratta, Mario von (Hg.): Fischer Weltalmanach 2003 (2002)
Fischer Taschenbuch Verlag: FFM: 117-118)

Belize, vor 1973 British Honduras genannt, wurde 1872 britische Kronkolonie, erhielt 1964 eine eigenständige Regierung, ist aber – wie einige andere ehemalige britische Kolonien in Lateinamerika - erst seit 1981 unabhängig. Aus dem selben Jahr stammt die heute gültige Verfassung. Wie in den anderen Staaten des Commonwealth of Nations hält der Generalgouverneur als Vertreter der britischen Königin vorwiegend repräsentative Aufgaben inne, während die politische Macht beim Premierminister gebündelt ist. Das Parlament wird von einem Zweikammersystem gebildet, wobei die 29 Abgeordneten des Repräsentantenhauses alle 5 Jahre gewählt und die acht SenatorInnen für fünf Jahre ernannt werden; bei letzterem kommen die Vorschläge nicht nur vom Premier, sondern auch von der Opposition, der Katholischen und Protestantischen Kirche, der Industriellenvereinigung etc.

Wichtige Parteien sind die People’s United Party/PUP (Regierungspartei), die United Democratic Party/UDP und die National Alliance for Belizean Right/NABR.

Aktuelle politische Situation:

Bis Mitte der 80er Jahre war die Politik Belizes vom hundertjährigen Grenzkonflikt mit Guatemala geprägt, der bis heute nicht gänzlich gelöst ist. Durch den damaligen Verzicht Guatemalas auf Gebietsansprüche wurden diese Probleme nur kurzfristig beigelegt, zumal die Ansprüche bald wieder gestellt wurden. Belize sah es deswegen gänzlich im Unterschied zu seinen eigenen Autonomiebestrebungen als Vorteil an, trotz Unabhängigkeit in den 80er Jahren, britische Truppen im Land zu behalten. 2001 drohten sie erneut zu eskalieren. Im umstrittenen Gebiet geht es um Erdölvorkommen.

Obwohl durch seine Lage in Zentralamerika von Ländern mit jahrzehntelangen Bürgerkriegen umgeben, blieb die politische Lage in Belize ohne Aufstände und eher ruhig. Das Potential zu einer Revolution wäre dabei insofern gegeben gewesen, als Belize zu der Gruppe der ärmsten Länder gehört und es keiner Regierung gelungen ist, dies zu ändern.

Zusätzlich dramatisiert hat sich die Lage der Landbevölkerung durch extreme Wirbelstürme in den letzten Jahren. Zahlreiche Menschen kamen dadurch ums Leben und Tausende verloren ihre Häuser, Ernten wurden zerstört und vielen Menschen wurde ihr letztes hab und Gut davon geschwemmt. Belize ist nicht in der Lage, die Situation selbst in den Griff zu bekommen und hängt gänzlich von der Katastrophenhilfe Nordamerikas und der Europäischen Union ab.

(Schultze, Rainer-Olaf / Will, Cornelia: Belize. In: Waldmann, Peter/ Krumwiede, Heinrich-Wilhelm (1992, 3. Aufl.): Politisches Lexikon Lateinamerika. C.H. Beck: München: 43-47)
und
(Geschehnisse, die die Zeit ab den frühen 90er Jahren betreffen: Baratta, Mario von (Hg.): Fischer Weltalmanach 2000/2001/2002/2003 Fischer Taschenbuch Verlag: FFM)

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