Belizes Kolonialgeschichte war geprägt von einem ständigen Wechsel seiner Kolonialherren: Die ersten europäischen Besatzer waren die Spanier. 1638 siedelten sich britische Seeräuber an. 1662 folgte die Besiedlung durch Holzfäller aus Jamaika. Acht Jahre später trat Spanien Belize an England ab, um die Insel ca. 100 Jahre später (1784) zurückzuerobern. Schon 1798 besetzten wiederum die Briten das Gebiet.
Guatemala erkannte die britischen Ansprüche auf das damalige „British Honduras“ 1859 an, nahm diese Anerkennung aber später aus Eigeninteresse wieder zurück, woraufhin auch die Grenzsituation zwischen den beiden Staaten ungeklärt blieb.
Seine Unabhängigkeit erlangte Belize erst sehr spät, nämlich 1981, wobei diese Entscheidung auch eine der Regierung Belizes war, die sich durch die wiederkehrenden Gebietsansprüche Guatemalas in Gefahr sah und auf die Unterstützung der Briten zurückgreifen können wollte, was wiederum nur durch die koloniale Verbindung gewährleistet war.
Wirtschaftlich war Belize für seine Kolonialherren zunächst vor allem aufgrund seiner reichen Wälder interessant, während der Zuckerrohranbau erst sehr spät, nämlich erst Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, an Bedeutung gewann und auch heute noch einen wichtigen Exportartikel darstellt.
(Schultze, Rainer-Olaf / Will, Cornelia: Belize. In: Waldmann, Peter/ Krumwiede, Heinrich-Wilhelm (1992, 3. Aufl.): Politisches Lexikon Lateinamerika. C.H. Beck: München: 43-46)
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