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Länder Lateinamerikas und der Karibik
Geschichte und politische Systeme
Mag. Daniela Ingruber und Bastian Oppl
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 1 Antigua und Barbuda

1.2 Politisches System

Tabelle: Basisdaten Antigua und Barbuda

(Baratta, Mario von (Hg.): Fischer Weltalmanach 2003 (2002)
Fischer Taschenbuch Verlag: FFM: 79-80)

Von 1871 bis 1956 war Antigua und Barbuda administrativ mit anderen Inseln der Leeward Islands-Gruppe vereint. Zwischen 1958 und 1962 bildete Antigua Bestandteil der Westindischen Föderation. Seit 1967 ist es assoziierter Staat Großbritanniens. Doch erst seit dem 1. November 1981 ist der Staat völkerrechtlich unabhängig, wobei er Mitglied des Commonwealth blieb. Das politische System ist eng an jenem Großbritanniens angelehnt.

Der Generalgouverneur übernimmt als Vertreter der britischen Königin vor allem repräsentative Aufgaben, während die politische Macht beim Premier und Parlament bzw. der WählerInnenschaft liegt (sogenanntes Machtdreieck). Das Zweikammernsystem teilt sich in Repräsentantenhaus und Senat. Die 17 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden auf 5 Jahre gewählt, während die 17 SenatorInnen ernannt werden. Das Wahlrecht erlangen BürgerInnen mit 18 Jahren.

Aktuelle politische Situation:

Begünstigt durch das Mehrheitswahlrecht stellt die Antigua Labour Party (ALP) seit vielen Jahren den Premierminister. So regierte V.C. Bird das Land über mehrere Legislaturperioden hindurch.

Derzeit sind im Parlament folgende Parteien vertreten: Antigua Labour Party (ALP; Partei des Premierministers), United Progressive Party (UPP), Barbuda People’s Movement. 1994 wurde Lester Bryant Bird, von der Antigua Labour Party Premierminister. Mehrfache Korruptionsvorwürfe haben in den letzten Jahren zwar zu einigen Ministerrücktritten und einem Imageverlust der Regierungspartei geführt, die lange etablierten Machtverhältnisse im Land wurden dadurch jedoch nicht wesentlich verändert.

Trotz einer inzwischen strengeren Gesetzgebung gegen Geldwäsche, gilt Antigua und Barbuda nach wie vor als geeigneter Sitz für Geldwäschefirmen. Nach dem 11. September 2001 wurde nicht zuletzt zum Schutz des Tourismus, einer der wichtigsten Einnahmequellen des Staates, ein Antiterrorismus-Gesetz verabschiedet, das einen besseren Informationsaustausch mit Finanzbehörden anderer Länder vorsieht.

(Schultze, Rainer-Olaf / Will, Cornelia: Antigua und Barbuda. In: Waldmann, Peter/ Krumwiede, Heinrich-Wilhelm (1992, 3. Aufl.): Politisches Lexikon Lateinamerika. C.H. Beck: München: 14-16)
und
(Geschehnisse, die die Zeit ab den frühen 90er Jahren betreffen: Baratta, Mario von (Hg.): Fischer Weltalmanach 2000/2001/2002/2003 Fischer Taschenbuch Verlag: FFM)

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