"Die Geschichtsschreibung feiert die Schlachtfelder, auf denen wir unserem Tod begegnen, aber sie verschmäht es, von den gepflügten Feldern zu sprechen, denen wir unser Leben verdanken; sie kennt die Namen der Bastarde des Königs, kann uns aber nicht die Herkunft des Weizens sagen. Das ist bezeichnend für die menschliche Torheit."
Jean Henri Fabre (Mooney/ Fowler 1991:19)
Um die Mitte des 20. Jahrhunderts hat die Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit einer Haus- und Hofstaatsgeschichte gebrochen, welche den Alltag der Menschen in der Vergangenheit nicht registrierte. Im Gefolge der Historisierung der seit 1968 in den USA entstandenen Ethnic Studies sprechen wir von der Geschichte der materiellen Kultur, wenn es um die historische Verortung von Nahrungsmittel geht. Die Histiorografie zur materiellen Kultur wurde stark von Fernand Braudels erstem Band seines Monumentalwerks „Sozialgeschichte des 15.-18. Jahrhunderts“ geprägt (Braudel 1985). |