Im 18. Jahrhundert erschienen in der sogenannten Hausväterliteratur, das sind paternalistische Abhandlungen über die Landwirtschaft (Rösener 1997:55f), vermehrt Kommentare, in denen der hohe ökonomische Nutzen des Mais gelobt wird. Montanari zitiert aus einem Traktat des Agronomen Giovanni Battarra aus Rimini, publiziert im Jahr 1778:
„Es werden keine vierzig Jahre her sein, daß die Bauern rings um ihre Gärten eine oder zwei Ähren [Mais] pflanzten [...] Aber mit der allmählichen Vergrößerung der Anpflanzung geschah es, daß die Ernten üppiger wurden und viele Säcke füllten, und deshalb wollten die Grundbesitzer, die zuvor die kleinen Ernteerträge nicht beachtet hatten, ihre Hälfte davon haben. Und es werden höchstens 25 oder 30 Jahre her sein, daß man dies in unserem Land weit verbreitete Hauptertragsmittel eingeführt hat [...] Nun, meine Kinder, wenn ihr euch im Jahr 1715 getroffen hättet, das von den Alten immer das Jahr der Hungersnot genannt wurde, als man von diesem Getreide noch keinen Gebrauch machte, hättet ihr die armen Kreaturen des Hungers sterben gesehen [...] Aber schließlich hat es Gott gefallen, dieses Getreide einzuführen, und hier und normalerweise überall dort, wo es Jahre gibt, die knapp an Weizen sind, greift man auf eine Speise zurück, die im wesentlichen gut und nahrhaft ist“ (Montanari 1993:162).
Giovanni Battara verlieh mit diesen Worten in hausväterlicher Manier den Interessen der Grundbesitzer Ausdruck. Die bäuerliche Bevölkerung wurde zum Maisverbrauch gedrängt. Ziel dieser Kampagne war es, den Maisanbau auf das offene Feld zu verlagern und gleichzeitig, nach den gelungenen Versuchen am Balkan, dieses ertragreiche Getreide auch in Italien als Monokultur zu etablieren. |