„Für Nutzpflanzen wie Soja und Mais“, bemerken die Gentechnologie-KritikerInnen Marc Lappé und Britt Bailey, „ist die Gentechnnik ein fait accompli, und Fragen der Gesundheit, Sicherhheit und Ernährungsqualität scheinen gelöst“ Lappé/ Bailey 2000:13).
Als Ausdruck des kommerziellen Erfolgs der genannten Maßnahmen verlagerte sich die landwirtschaftliche Produktion weltweit von den Bauern und Familienbetrieben hin zum agroindustriellen Komplex und dessen „Herzschrittmacher“, die Gentechnologie. Am Ende des 20. Jahrhunderts kontrollieren rund zehn transnationale Konzerne unter dem Titel Life Industry einen Markt, dessen Volumen auf die Hälfte des gesamten Weltbruttosozialprodukts geschätzt wird (Heindl 1999:39). Und es ist wieder der Mais, der als Pionier in den neuen gentechnologischen Züchtungsmethoden hohe Profite in Aussicht stellt. „1988 betrug der Anteil an transgenem Mais an der Fläche, die weltweit mit transgenen Nutzpflanzen bebaut wurde, 30 Prozent“ (Koechlin 1999:45) und diese Tendenz ist im Steigen. Mit dem vom Gentech-Multi Monsanto entwickelten, gegen den Maiszünsler resistenten Bt(=Bacillus thuringensis) -Mais nehmen wir technisch gesehen meist indirekt (Stärke, Öle, Süßstoff, Tiermast) verschiedene Produkte auf, die resistent gegen Herbizide machen und etwa zweikeimblättriges „Unkraut“ wie Löwenzahn vernichten (Lappé/ Baily 2000:193). Die Risiken dieser Entwicklungen liegen gänzlich bei den Verbrauchern der Bt-resistenten Sorten. Auf der Seite der produzierenden Konzerne wird weiterhin mit dem Emblem geworben, „den Hunger in der Welt zu beseitigen“. Erklärtes Ziel ist die „Konstruktion“ von Nutzpflanzen, bei denen weniger Chemie im Spiel sein soll, also weniger Abhängigkeit von Düngemittel, Herbiziden und Insektiziden vorliegt, und ein verbesserter Nährwert erzielt werden kann (Lappé/ Bailey 2000:164). |