Die englischen Pioniere hatten die Viehzucht nach Nordamerika mitgebracht. Ihr Vorteil in der Neuen Welt lag damit weniger in ihrer Durchsetzungskraft oder ihrer angeblich höherwertigen Kulturleistungen, sondern ist ihren Haustieren und der damit einhergehenden gemischten Landwirtschaft zu verdanken (Crosby 1991:172).
Die Schweine fanden als Allesfresser und sehr anpassungsfähige Spezies in Neuengland optimale Bedingungen vor. So wird etwa berichtet, daß sie lernten, Muscheln aus dem Sand der Strände zu wühlen und sich von diesen zu ernähren (Morton o.J.:61). Auch vermehrten sich die Schweine in den üppigen Wäldern der Ostküste prächtig: „Eine gesunde Muttersau wirft regelmäßig an die zehn Ferkel oder auch mehr, die bei guter Ernährung in demselben Tempo wachsen können wie die Erträge eines guten Investmentfonds“, faßt Alfred Crosby die hervorragenden Bedingungen für Mensch und Tier zusammen (Crosby 1991:174). Die Schweineherden der Engländer verwilderten zum Teil auch wieder. So konnte ein US-amerikanischer Farmer im Jahr 1782 berichten: „Wir können uns jeden Tag den Bauch füllen, unsere Kühe laufen frei herum und kommen von Milch strotzend nach Hause zurück, unsere Schweine werden in den Wäldern von selber fett: Wahrlich, dies ist ein gutes Land.“ (J. Hector St. John de Crèvecoeur, Letters from an American Farmer 1782 zitiert nach Crosby 1991:171).
Die Landwirtschaft der britischen und nach 1776 unabhängigen Kolonien im Norden blieb im Gegensatz zur Exportorientierung des Südens bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts maßgeblich subsistenzorientiert organisiert. |