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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 2 Die "Zweite Conquista" – Lateinamerika und seine Die "Zweite Conquista" - Lateinamerika und seine Commodities
 up 2.4 Erdöl in Lateinamerika
 up 2.4.2 Die Erdölproduktion in Mexiko in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

2.4.2.1 Entwicklung unter Vorherrschaft des Auslandskapitals

Drei ausländische Unternehmen bestimmten die Entwicklung des Erdölsektors in Mexiko bis zur Verstaatlichung 1938:

1.) Die Waters-Pierce Company

Die zur weitverzweigten Standard Oil gehörende Waters-Pierce Company errichtete ab 1886 schrittweise Raffinerien in Tampico, Veracruz, Mexico City und Monterey.

Nachdem der Waters-Pierce-Trust 1898 in den USA zerschlagen worden war, wich Henry Clay Pierce mit The Gulf Company und The Texas Company auf Texas und in der Folge (1905) auf den lateinamerikanischen Markt aus.

2.) Compañía Huasteca de Petróleo de México

Die 1910 gegründete Compañía Huasteca de Petróleo de México war der Standard Oil verbunden und ging auf Edward L. Doheny zurück. Doheny gelangte von New Mexico, wo er 20 Jahre als mining prospector gearbeitet hatte, 1892 nach Kalifornien. Dort erschloss er die kalifornischen Ölvorkommen.

1901 führte er erste Ölbohrungen in Mexiko (El Ébano) durch, 1910 Bohrungen in Casiano und 1916 in Cerro Azul. Im Jahre 1915 schloss er einen fünfzehnjährigen Liefervertrag mit der Eisenbahngesellschaft Ferrocarriles de México ab. Die Eisenbahninfrastruktur in Mexiko war ursprünglich mit englischem Kapital errichtet worden. Dabei wurden nur Stichbahnen vom Landesinneren an die Häfen errichtet, die Bedürfnisse des Personenverkehrs waren nachrangig. Da hinter den mexikanischen Eisenbahnen britisches Kapital stand, war Dohenys Liefervertrag durchaus ein Erfolg für sein Unternehmen bzw. die Standard Oil. Zuvor war immer jenes Öl-Unternehmen bevorzugt worden, hinter dem die britische Royal Dutch/Shell stand.

Im Jahre 1915 konnte die Compañía Huasteca de Petróleo de México ein Exportabkommen mit Chile abschließen.

Die Entwicklung der Compañía Huasteca de Petróleo de México folgte einem typischen Muster des Engagements in der Ölindustrie: Zuerst tritt ein Unternehmen in das Geschäft mit dem Vertrieb ein, dann werden Raffinerien gegründet, anschließend eröffnet sich die Möglichkeit der Öl-Prospektion, gefolgt von einem Engagement in der eigentlichen Förderung, deren Vertrieb nach außen folglich übernommen wird.

3.) Compañía de Petróleo Mexicana "El Aguila" S. A.

Die Compañía de Petróleo Mexicana "El Aguila" S. A. ging auf Sir Weetmann Pearson zurück, der Ölseen entlang der Tehuantepec Eisenbahnverbindung beobachtete. Pearson erwarb Förderrechte am Isthmus und in Tabasco. 1906 folgte die Errichtung einer Raffinerie in Minatitlán. Im Jahre 1908 führte Pearson ein 20%iges Preisdumping durch, um den Absatz und den Konsum des Erdöls zu steigern. Die Gründung der Compañía de Petróleo Mexicana "El Aguila" S.A. erfolgte 1909.

 down 2.4.2.1.1 Zusammenarbeit zwischen Compañía "El Aguila" und Compañía Huasteca
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