Die Kaffeebarone Brasiliens stiegen im Verlaufe des 19. Jahrhunderts von Sklavenhaltern und Sklavenhändlern zu Mitgliedern der Finanzbourgeoisie und der politischen Klasse auf. Der Zugang zur staatlichen Macht ermöglichte eine konzertierte Unterstützung des Kaffeekomplexes durch den brasilianischen Staat. Dieser förderte den Aufstieg der Kaffeeproduktion und die Monopolbildung im Kaffeesektor.
Seit der Abschaffung der Sklaverei (Lei Aurea, 1888) organisierte der Staat für den Kaffeesektor die Einwanderung jener Menschen, die er für den Aufbau des colono-Systems brauchte. So bezahlte der brasilianische Staat den Einwanderen die Überfahrt im Voraus. Damit wurde Brasilien nach den USA und Argentinien auf dem amerikanischen Kontinent zum drittwichtigsten Einwanderungsland für Europäer. |