Kaffee ist eines jener Cash-Crops, die seit der atlantischen Expansion Europas auf dem entstehenden kapitalistischen Weltmarkt zirkulieren. Cash-Crops, das sind landwirtschaftliche Produkte, die mit dem Ziel hergestellt werden, als renditebringende Waren auf einem überregionalen Markt verkauft zu werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Verhältnisse, unter denen diese Waren produziert werden, historisch denen eines kapitalistischen Agro-Business entsprechen (Maschineneinsatz, Landarbeiter etc.). Die Herstellung von Zucker z. B. kann als Prototyp einer in den Weltmarkt eingebetteten Produktionsweise gelten, die sich unter den Bedingungen eines merkantilistischen Handelsregimes einer spezifischen Organisationsform der Arbeit bediente: der Sklaverei.
Auch in der Geschichte des Kaffeeanbaus spielte die Sklaverei eine wichtige Rolle. Anhand des Beispiels Brasilien lässt sich jedoch ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Produktionsweise illustrieren: Das colono-System.
In diesem Abschnitt sollen die politischen und ökonomischen Mechanismen rund um den Kaffee vornehmlich anhand des Beispiels Brasilien erklärt werden. Darüber hinaus werfen wir ein Licht auf folgende Fragen:
Einen Überblick über Anbau, historische Hintergründe und politische Ökonomie des Kaffees bietet:
- Baum, Holger/Offenhäußer, Dieter (1994): Kaffee. Armut – Macht – Märkte. Ein Produkt und seine Folgen. Horlemann: Unkel a. Rhein
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