Die von Fidel Castro mitbegründete Bewegung des 26. Juli (Movimiento 26 de Julio [=M-26-7]), benannt nach dem Angriffstag auf die Moncada-Kaserne, war eine äußerst heterogene Gruppierung. Dominiert wurde sie von Studenten, Freiberuflern und Mitgliedern der städtischen Mittelschichten. Sie umfasste zudem Teile der bürgerlichen Opposition gegen Batista. Diese bürgerliche Opposition sammelte sich im Directorio Revolucionario (=DR). Zwischen dem DR und der Guerilla der M-26-7 kam es im Verlauf der Jahre 1957 und 1958 zu einer zunehmenden Distanzierung.
Im Gegensatz zu den propagandistischen Behauptungen nach der Machtübernahme fanden sich in der M-26-7 kaum Bauern oder Arbeiter.
Die M-26-7 zeichnete sich – wie jede Guerilla – durch eine starke Führerkonzentration und das Fehlen einer geregelten internen Demokratie aus. Die M-26-7 als konspirative Organisation des bewaffneten Widerstandes und die Massenorganisationen von Land- und Stadtproletariat (Gewerkschaften, Genossenschaften, Parteien) blieben weitgehend unverbunden. Die Orientierung der M-26-7 auf das "Volk" trug die Züge eines von außen kommenden Appells: Die Guerilleros erschienen dabei als handelnde Akteure, das zu befreiende Volk hingegen als bloßer Adressat. Eine systematische Organisation und Mobilisierung breiterer Schichten fand nicht statt.
Programmatisch forderte die M-26-7 nationale Unabhängigkeit, Reformen in Wirtschaft und Sozialwesen sowie eine Landreform. Eine Systemüberwindung bzw. eine sozialistische Revolution wurden dezidiert ausgeschlossen. Sie orientierte sich damit durchaus an den Vorstellungen der Comisión Económica para América Latina (=CEPAL).
Programmatisch-ideologisch war die M-26-7 eine nationalistische Bewegung, die in moralischen Begriffen argumentierte und sich dem Ziel einer ökonomischen Modernisierung innerhalb des Kapitalismus verpflichtete. In den Erklärungen und Verlautbarungen finden sich keine marxistischen, klassentheoretischen Kategorien. Zentrale Begriffe der Bewegung sind hingegen: Vaterland, Liebe, Tugend, Ehrenhaftigkeit, Würde und die "Erniedrigten und Beleidigten". |