In der Weltsystemtheorie spielt die Frage des zyklischen Verhaltens des Weltsystems eine wichtige Rolle. Diese Diskussion geht auf die Theorie der Langen Wellen des russischen Ökonomen Nikolai Kondratieff (1892–1938) zurück. Kondratieff beschrieb dabei langfristige Aufschwungs- und Abschwungsphasen, die einen stabilen Zyklus von ca. 60 Jahren umfassen. In den Untersuchungen der Weltsystemtheorie steht vor allem die empirische Überprüfbarkeit derartiger zyklischer Formationen im Zentrum der Aufmerksamkeit. Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Faktoren derartige Zyklen bestimmen (ökonomisch oder politisch). Diese zyklische Sichtweise geht freilich nicht von einer Wiederholungslinie, sondern von einer komplexen Entwicklungsdynamik aus. |