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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4.5 Soziale Bewegungen in Lateinamerika: 1990–2002
 up 4.5.4 El Argentinazo 2001/2002
 up 4.5.4.1 Vom Musterschüler zum Zusammenbruch

4.5.4.1.1 Freibeuterische Verschuldung

Die Art und Weise der Verschuldung untergrub die volkswirtschaftliche Substanz Argentiniens. Die jeweils zur Begleichung alter Schulden aufgenommenen neuen Umschuldungskredite steigerten den Gesamtschuldendienst, während die Gelder nicht investiert wurden, sondern der Selbstbereicherung einer kleinen Elite dienten. Zu diesem Schluss kommt zumindest ein im Juli 2000 gefälltes Gerichtsurteil über die Verschuldungs-Machenschaften während der Militärdiktatur: "Annähernd 90 Prozent der ausländischen Kredite, mit denen sich die staatlichen und privaten Unternehmen verschuldeten, wurden im Rahmen spekulativer Finanzoperationen wieder im Ausland angelegt. [...] Die Auslandsverschuldung der Nation [...] wurde ab 1976 durch eine vulgäre und beleidigende Wirtschaftspolitik auf obszöne Weise erhöht. [...] Unter anderem begünstigte und unterstützte sie nationale und ausländische Privatunternehmen auf Kosten der Staatsbetriebe, die ihrerseits gezielt verarmt wurden, was sich in den Werten widerspiegelte, zu denen sie später privatisiert wurden." (zit. nach: Toussaint, Eric: Deuda Odiosa. Wie Argentinien nicht in die Schuldenfalle fiel, sondern getrieben wurde: In: http://www.ila-bonn.de/artikel/249argen.htm [4.04.03])

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