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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
 up 4.5 Soziale Bewegungen in Lateinamerika: 1990–2002
 up 4.5.1 Mexiko und der neo-zapatistische Aufstand

4.5.1.2 Die Hintergründe des Aufstands

Chiapas wird in Bezug auf die natürlichen Ressourcen immer wieder als der reichste Bundesstaat Mexikos zitiert: Rinderzucht, Kaffeeanbau, Wasserkraft und Erdöl gehören zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen.

In Bezug auf die Sozialindikatoren ist Chiapas jedoch der ärmste Bundesstaat: Großgrundbesitz dominiert. Tagelöhnerei und indirekte Schuldknechtschaft bilden das Spektrum der prekären Arbeitsverhältnisse in den größtenteils landwirtschaftlichen Betrieben. Mit der Ausdehnung des Großgrundbesitzes war im 20. Jahrhundert die sukzessive Verdrängung der Indígenas von Chiapas (Tzeltal, Tzotzil, Chol etc.) in die Rand- und Waldzonen der Selva Lacandona verbunden. In dieser Zone – um die Städte San Cristóbal de las Casas, Altamirano und Ocosingo gelegen – konzentriert sich auch die neo-zapatistische Bewegung.

Dass die Lebenserwartung in Chiapas 1993 bei 44 Jahren, im mexikanischen Durchschnitt jedoch bei 70 Jahren lag, wirft ein Licht auf die soziale Lage in diesem Bundesstaat. Prekäre Landwirtschaft, Unterernährung, fehlende Infrastruktur und die latente Gewalt durch die bewaffneten Truppen der Großgrundbesitzer (guardias blancas) verdichteten sich zum ¡ya basta! (Es reicht!) der Neo-Zapatisten.

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