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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
 up 4.4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika 1980–1985: Chile – Nikaragua – Neue Soziale Bewegungen
 up 4.4.3 Die Sandinistische Revolution in Nikaragua
 up 4.4.3.4 Die sandinistische Regierungszeit

4.4.3.4.1 Wirtschaft

Ökonomisch gingen die Sandinisten nicht zu einer vollständigen Verstaatlichung und damit zu einem Bruch mit der kapitalistischen Ökonomie über. Sie verfolgten die Strategie einer so genannten gemischten Wirtschaft, in welcher der Staatsanteil am BIP jedoch nie mehr als 45% erreichte. Privateigentum an Produktionsmitteln wurde garantiert und die Enteignungen beschränkten sich in der Hauptsache auf ehemals somozistischen Besitz.

Ein Kernpunkt der Wirtschaftspolitik war die Landreform: 300.000 Familien erhielten Boden zugeteilt. Die sandinistische Regierung versuchte Staatsbetriebe und Kooperativen zu forcieren. Bis Ende der 1980er Jahre war jedoch der private Klein- und Mittelbesitz mit 60% zum dominanten Faktor geworden.

Ab Mitte der 1980er Jahre machten sich zunehmend wirtschaftliche Krisenerscheinungen bemerkbar: Effizienzmängel in den verstaatlichten Bereichen, Kapitalflucht, Budgetdefizite, das Wirtschaftsembargo der USA und die internationale Kreditsperre führten zu hoher Inflation und Versorgungsengpässen. Auch der Krieg gegen die von den USA finanzierten Contras zeitigte ökonomische Folgen: 1986 beanspruchten die Militärausgaben 60% des Budgets, durch die 1983 eingeführte Wehrpflicht entstand in manchen Bereichen ein Arbeitskräftemangel.

Nichtsdestoweniger konnten die Sandinisten im Sozialbereich (Gesundheit, Bildung, Wohnen, Infrastruktur) entscheidende Verbesserungen für die Bevölkerung umsetzen.

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