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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
 up 4.3 Die Kubanische Revolution 1959
 up 4.3.6 Die spezifischen Faktoren der Kubanischen Revolution – ein Fazit

4.3.6.1 Ein Vergleich mit der Entwicklung in Guatemala

Wie schnell ein konsequenter Reformversuch am äußeren und inneren Widerstand scheitern konnte, illustrierte wenige Jahre vor der Kubanischen Revolution die Entwicklung in Guatemala unter Juán Arévalo (1944–1950) und seinem Nachfolger Jacobo Árbenz (1951–1954). Bei ihnen handelte es sich um Offiziere, die eine mit Sozialreformen verbundene kapitalistische Modernisierungspolitik umzusetzen versuchten: Dazu gehörten eine maßvolle Landreform, ein Industrialisierungsprogramm sowie die Umsetzung demokratischer Reformen. Jacobo Árbenz beabsichtigte zudem einen Teil der Ländereien der United Fruits Company (=UFCO) zu enteignen – und zwar nur die brachliegenden Felder und unter Zahlung einer Entschädigung. Er handelte den Empfehlungen des Weltbankberichts von 1951 entsprechend. Damit forderte er die UFCO heraus, welche die guatemaltekische Ökonomie dominierte, einen Staat im Staate darstellte und in den USA über beste Verbindungen zum dortigen Staatsapparat verfügte. So war John Foster Dulles, der damalige US-Außenminister, UFCO-Großaktionär. Im Jahre 1954 kam es zu einem von den USA organisierte Putsch unter Castillo Armas. Dies war die erste Intervention der USA in Lateinamerika unter den Vorzeichen des Kalten Krieges. Der Versuch einer nachholenden Reformpolitik war damit blutig abgebrochen worden. Bis 1986 wurde Guatemala dann de facto von Militär und Agraroligarchie autoritär regiert.

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