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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
 up 4.2 Soziale Bewegungen vor 1945
 up 4.2.4 Die Formierung der Arbeiterbewegung in Lateinamerika

4.2.4.1 Arbeiterbewegung in Argentinien

Die Gründung der ersten Arbeiterparteien erfolgte zuerst in jenen Ländern, welche die frühesten Industrialisierungsschübe durchlaufen hatten (Argentinien 1895, Chile 1912). Ideologisch zeigten sie sich zum Teil liberal geprägt.

In Argentinien, wo das Industrieproletariat früh zu einer bedeutenden gesellschaftlichen Klasse geworden war, entstanden bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Massengewerkschaften. Die Streiks und Bewegungen dieser Gewerkschaften zeichneten sich durch ihre Heftigkeit und Radikalität aus.

Der Durchsetzungskraft dieser Organisationen stand jedoch die Aufgesplittertheit der Gewerkschaften gegenüber.

Die Immigration aus Europa und die Strukturierung des Arbeitsmarktes nach der Herkunft begünstigte zudem die Entstehung einer zersplitterten und in sich zerstrittenen Gewerkschaftslandschaft. Die von den verschiedenen MigrantInnengruppen mitgebrachten politischen Traditionen schlugen sich in der Auseinandersetzung zwischen anarchistischen, sozialistischen und anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften nieder. Bis zur Gründung der Dachverbandes Confederación General de Trabajo (=CGT) 1930 bildeten diese Spaltungen das zentrale Kennzeichen der argentinischen Arbeiterbewegung. In den 1940er Jahren geriet die argentinische Arbeiterbewegung unter den Einfluss des populistischen Regimes von Juán Domingo Perón.

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