Logo
Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 4 Soziale Bewegungen in Lateinamerika im 20. Jahrhundert
 up 4.2 Soziale Bewegungen vor 1945
 up 4.2.1 Die Mexikanische Revolution 1910–1917
 up 4.2.1.1 Das Porfiriat und die Herausbildung einer Opposition

4.2.1.1.1 Die Herausbildung einer Opposition zum Porfiriat

Staatsstreich der Anhänger von Porfirio Díaz. Gegen diesen Staatsstreich erhebt sich eine spontane Volksbewegung. Im Norden sammelt sich diese Bewegung um Pancho Villa und Pascual Orozco, im Süden bilden sich Revolutionsarmeen um Emiliano Zapata. Francisco Madero, liberaler Anführer eines Oppositionszirkels gegen das Porfiriat, setzt sich an die Spitze der Bewegung. Der von Madero formulierte Plan San Luis Potosí bildet den politischen Ausdruck des Bündnisses zwischen den verschiedenen Revolutionsarmeen und Madero. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zur langsamen Herausbildung einer Opposition innerhalb der gebildeten Eliten selbst.

Stellvertretend dafür steht die 1902 gegründete Liberale Partei der Gebrüder Flores Magón. Diese zeigten sich stark von anarchistischen Vorstellungen beeinflusst. In den blutig niedergeschlagenen Streiks in der Textil- und Bergbauindustrie im Norden Mexikos (1906/1907) spielte diese Strömung eine gewisse Rolle. Der drängendsten Frage in Mexiko – dem Agrarproblem – wendeten sie sich jedoch weder programmatisch noch politisch zu.

Ab 1910 entwickelte sich um Francisco Madero ein weiterer Oppositionszirkel. Madero, ein liberaler Großgrundbesitzer, stand in erster Linie gegen die Wiederwahl Porfirio Díaz ein (Anti-Reelektionismus). Seine Änderungsvorschläge umfassten ausschließlich politisch-institutionelle Reformen.

Eine Wirtschaftskrise, die ab 1907 die USA erfasst hatte, erhöhte auch die ökonomischen und politischen Spannungen in Mexiko. Die exportorientierte Ökonomie Mexikos kam ins Stocken. Vielen der Arbeiter, die auf den Haziendas und in den Industriebetrieben entlassen worden waren, blieb die Rückkehr zu einer Subsistenzlandwirtschaft aufgrund der Landkonzentration verwehrt. Vor dem Hintergrund wachsender sozialer, v. a. bäuerlicher, Bewegungen spitzte sich die politische Auseinandersetzung um die Wiederwahl von Porfirio Díaz zu einer revolutionären Krise zu.

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"