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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 3 Die Weltwirtschaftskrise "1929" in Lateinamerika und die Herausbildung des Populismus
 up 3.2 Die Weltwirtschaftskrise in Lateinamerika
 up 3.2.3 Politische Krisenfolgen – Herausbildung des Populismus
 up 3.2.3.2 Populistische Regime in Südamerika – Peru, Chile, Venezuela und Argentinien

3.2.3.2.4 Perón in Argentinien

Juan Domingo Perón (1895–1974) nahm 1943 am Militärputsch gegen die gewählte argentinische Regierung teil und schuf sich in der Folge in seiner Funktion als Arbeitsminister, ab 1944 auch als Vizepräsident, eine breite Anhängerschaft in der Arbeiterklasse. 1946 wurde er mit klarer Mehrheit zum Präsidenten von Argentinien gewählt.

Perón trieb vor allem die gewerkschaftliche und gesellschaftliche Integration jener Arbeiterschichten voran, die als ungelernte Hilfskräfte vom Land zugewandert waren (die sog. descamisados – die Hemdlosen). Diese breite Anhängerschaft genoss er aufgrund von Sozialreformen, Lohnerhöhungen und der Einführung einer Arbeitsgesetzgebung. Der Gewerkschaftsdachverband Confederación General del Trabajo (=CGT) kann als eigentliche Stütze des peronistischen Regimes betrachtet werden. Damit einher ging eine schrittweise Peronisierung der Gewerkschaften. Der CGT wurde eine peronistische Führung aufoktroyiert, sie erhielt zunehmend einen halb-staatlichen Charakter. Autonome Gewerkschaften erfuhren durch die personería gremial (die Behörden erkannten das Tarifverhandlungsrecht im Betrieb jeweils nur einer Gewerkschaft zu) eine Marginalisierung. Unabhängige Regungen der Arbeiterbewegung – z. B. der Eisenbahnerstreik 1951 – begegnete Perón mit offener Repression.

Peróns Auslandsaufenthalte Ende der 1930er Jahre in Berlin und Rom schlugen sich in der Anknüpfung seines Regimes an faschistische Ideologien nieder. Zur Legende des Peronismus gehört auch die aktive Rolle seiner ersten Frau Eva Perón (Evita), die politisch an der Schnittstelle zwischen Staat und Gewerkschaftsbewegung agierte.

Nicht zuletzt die zunehmenden Risse in der Verbindung zwischen Arbeiterbewegung und peronistischem Regime führten 1955 zum Sturz Peróns durch das Militär. Die folgenden 18 Jahre lebte er im Exil, bis er nach dem Wahlsieg der Peronisten 1973 nochmals für kurze Zeit bis zu seinem Tod das Präsidentenamt übernahm.

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