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Geschichte Lateinamerikas im 19. und 20. Jahrhundert
Ein historischer Überblick
a.o. Univ. Prof. Martina Kaller-Dietrich und Mag. David Mayer
Institut für Geschichte der Universität Wien
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 up 2 Die "Zweite Conquista" – Lateinamerika und seine Die "Zweite Conquista" - Lateinamerika und seine Commodities
 up 2.4 Erdöl in Lateinamerika
 up 2.4.2 Die Erdölproduktion in Mexiko in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
 up 2.4.2.2 Arbeitsverhältnisse und Arbeitskämpfe in der Erdölindustrie

2.4.2.2.2 Streiks in der Ölindustrie

Unter der Entwicklungsdiktatur des Porfiriats stieg die Zahl der Industriearbeiter sprunghaft an. Jedoch nur in wenigen städtischen Zentren konnten sich erste Ansätze einer Arbeiterbewegung herausbilden. Diese stand einerseits unter dem Einfluss der liberalen Opposition gegen Porfirio Díaz, andererseits unter anarchosyndikalistischen Einflüssen (vor allem über die US-amerikanische International Workers of the World [=IWW]). In den Industriezentren der nördlichen Regionen Mexikos entwickelten sich 1906 (im Kupferbergbau von Cananea) und 1907 (im Textilzentrum Río Blanco) heftige Streikbewegungen, die blutig niedergeschlagen wurden.

Erst ab 1915 kam es erneut zu größeren Streikbewegungen – dieses Mal in der Ölindustrie. Bis 1920 flammten die Streikbewegungen immer wieder auf. Die Wichtigkeit des Öls (Bedarf aufgrund des Ersten Weltkrieges) zwang die Unternehmen zur Aufnahme von Verhandlungen und zu Konzessionen.

Es waren die sozialen Massenmobilisierungen der Bauern im Süden und im Norden sowie jene der Industriearbeiterschaft, die der Mexikanischen Revolution ihre Dynamik und Heftigkeit verliehen. Die Parteinahme der Industriearbeiterschaft für die Konstitutionalisten (und damit gegen die agrarrevolutionäre Bewegung des Südens) begünstigte den Sieg der Konstitutionalisten im Jahre 1917. Dementsprechend fanden die Konstitutionalisten und die neue Staatselite nach 1917 eine wichtige Basis in den jungen Gewerkschaften.

Die von den mexikanischen Facharbeitern in der Ölindustrie organisierten Gewerkschaften erwirkten:

  • Kollektivverträge
  • Kürzere Arbeitstage
  • Inflationsangleichung der Löhne
  • Lohnzahlungen auch an Sonn- und Feiertagen
  • "Entfernung" der Chinesen
Die letzte Maßnahme illustriert, dass die mexikanischen Gewerkschaften von Beginn an von nationalistischen Ideologien geprägt waren.

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